10. Strategem

Verberge den Dolch hinter einem Lächeln

 

 

Kategorie:

Gegenangriff

 

Sinnhaftigkeit: 

Lassen Sie Ihren Gegner sich in Sicherheit wiegen und arbeiten an Ihren geheimen Plänen. Schreiten Sie zur Tat, ohne dass der Gegner das Vertrauen in Sie verliert.

 

Strategemziel:

Gewinnen Sie das Vertrauen des Gegners und handeln erst dann, wenn er nicht mehr auf der Hut ist.

 

Taktik: Lassen Sie Ihren „Tiger“ lächeln, wie die Chinesen diese Strategie auch nennen. Mit welcher Art „Lächeln“ der Gegner getäuscht wird, hängt vom jeweiligen Charakter ab. Jeder Mensch ist in seiner Weise für Schmeicheleien empfänglich. So müssen eitle und bornierte Menschen anders behandelt werden, als bescheidene oder zurückhaltende Menschen. Auch sog. „Erbsenzähler“ haben ihren „roten Knopf“, der nur betätigt werden muss, um ihre Gunst zu erlangen.

 


Egal ob wir jemanden auf die Palme bringen oder ihn besänftigen wollen, ihn kränken oder begeistern: Jeder Mensch hat in seinem tiefsten Inneren einen Punkt, den man sprichwörtlich nur drücken muss, um genau das zu erreichen, was man möchte.

 

Im Vertrieb von Waren oder Dienstleistungen gibt es ein 4-Farben-Schema, nach dem man einen Menschen grob einordnen und seine Angriffspunkte ermitteln kann. Dabei steht jeweils eine Farbe für einen bestimmten Charaktertyp und die dazu gehörenden äußeren Merkmale.

 

Die Grundlagen dazu hat der Psychologe William Marston 1930 gelegt, als er das „Performax System entwickelt hat. Dabei ging er davon aus, das menschliche Verhalten könne entsprechend der Reaktion einer Person in eine positive (=günstige) oder negative (=feindliche) Umgebung eingeordnet werden. Dabei benutzte er vier verschiedene Verhaltensstile und übertrug sie in ein zweiachsiges Vierquadranten-Modell mit den Schwerpunkten:

 

Dominant – Initiativ – Stetig – Gewissenhaft

 

Daraus folgend entwickelte Marston Wortgruppen, die die vier Verhaltensweisen beschrieben und der Farben zugeordnet wurden. Um dieses Thema näher zu beleuchten, lohnt sich die Investition in das folgende Buch zu diesem Thema:

 

oder

 

 

Die historische Gegebenheit hinter dem 10. Strategem:

 

 

In den frühen Jahren der Zeit der Streitenden Reiche war der Staat Cin noch nicht ein starkes Land. Um den Einfluß und die Macht seines Landes zu stärken, rekrutierte sein König Cin Siao Gong Berater mit genur Talent, ihm beim Regieren seines Landes zu helfen. Shang Yang war einer jener Berater, die in das Land Cin kamen, um Cin Siao Gong bei seinen Reformen zu beraten. Für seine erworbenen Verdienste verlieh Cin Siao Gong seinem Berater Shang Yang Land und Titel.

 

 

Um 340 v. Chr. ernannte Cin Siao Gong Shang Yang zum General und übertrug ihm Armeen, um das Land Wei anzugreifen. Der König von Wei entsandte Prinz Wei Mao, der die Verteidigung leiten sollte. Shang Yang war sehr froh, als er das hörte. Unverzüglich schrieb er einen Brief an Wei Mao.

 

 

Shang Yang schrieb: "Die Zeit, die wir in Wei zusammen verbracht haben, hat mir sehr kostbare Erinnerungen an dich geschenkt. Und obwohl wir verschiedenen Königen dienen, schätze ich unsere Freundschaft sehr und stehe dir nicht feindlich gegenüber. Warum treffen wir uns also nicht, um miteinander zu reden und eine für uns beide akzeptable Lösung zu finden, wie wir diesen Konflikt ohne Anwendung von Gewalt in einem Friedensvertrag münden lassen können?" Als der Prinz Wie Mao dies las, war er naiv genug, den Worten seines „Freundes“ zu glauben und nahm die Einladung zu einer Unterredung an. Sie trafen sich und hatten ein sehr angenehmes Gespräch. Doch als das Gespräch beendet war, und sich Mao Wei auf den Heimweg machte, geriet er in einen Hinterhalt und wurde gefangen genommen. Shang Yang nutzte diese Gelegenheit, um einen Angriff gegen Wei zu starten und erreichte einen großen Sieg, in dessen Folge der König von Wei die Gebiete westlich des Gelben Flusses an Cin abtreten musste.

 

 

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