11. Strategem

Opfere den Pflaumenbaum anstelle des Pfirsichbaums

 

 

Kategorie:

Gegenangriff

 

Sinnhaftigkeit: 

Gelegentlich ist es erforderlich, ein Teilopfer zu bringen, um den Gesamtsieg davon zu tragen

 

Strategemziel:

Konzessionen machen, um das Gesamtziel zu erreichen.
Opfer bringen und für einander einstehen, um den Sieg davon zu tragen.

 

Taktik: Die List besteht darin, dass man das Kräfteverhältnis verschiedener  Gruppen zueinander so verschiebt, dass die Niederlage einer Gruppe und dem anschließenden Zusammenführen der verbleibenden Gruppen zu einer insgesamt stärkeren Streitmacht führt, die trotz großer Verluste den Gesamtsieg davonträgt.

 


Wir kennen viele Spiele, die Opfer erforderlich machen, um über den Weg eines strategischen Verlusts den Sieg zu erzielen. Beispielsweise beim Schach, wo ein Bauer geopfert wird („Bauernopfer“), um den Turm zu retten. Auch beim Skat kennt man das „Schnippeln“, indem man eine minderwertige Karte einer Farbe vorlegt und den mittleren Spieler veranlasst, entweder mit der „10“ zu übernehmen, die dann jedoch vom dritten Spieler mit einem AS oder einem Trumpf geschlagen wird, oder der dritte Spieler eine überflüssige Karte abwirft, um in der nächsten Runde diesmal das mögliche „AS“ vom mittleren Spieler mit einem Trumpf zu stechen. Es gilt daher, kurzfristige Ziele preiszugeben (den Bauern oder Karten zu opfern), um das langfristige Ziel zu sichern (Schachmatt oder die „10“ oder das „AS“).

 

Dieses Strategem spricht die stets gegensätzlichen Kräfte des YIN und YANG an, die stets gleich stark vorhanden sein sollten. Sind Verluste unvermeidlich, so reduziert man das YIN, indem man etwas von geringem Wert opfert, um das YANG zu stärken und damit etwas Wichtigeres zu retten.

 

 

Die historische Gegebenheit hinter dem 11. Strategem:

 

 

Während der Frühlings- und Herbst-Periode gab es im Land Jin einen Mann namens Tu An Jia, der ein beliebter Lakai des Königs Jin Ling Gong war. Dieser König war jedoch ein Tyrann und wurde von einem Vetter des damaligen Premierministers Jhao Dun getötet.

 

 

Durch Tu An Jia’s Einfluss auf das Tribunal, das den Mord an den König Jin Ling Gong aufklären sollte, wurde auch der Premierminister Jhao Dun beschuldigt, an der Ermordung des Königs beteiligt gewesen zu sein. Tu An Jia behauptete, dass Jhao Dun ein Mitverschwörer bei der Ermordung Jin Ling Gong war und schlug vor, die gesamte Familie Jaho wegen des Verbrechens der Ermordung des Königs hinzurichten. Jin Lin Gongs Sohn mit dem Namen Jin Jing Gong war damals noch sehr jung und unerfahren und glaubte die Geschichte von Tu Jia. So gab er Tu An Jia die volle Autorität, den Jaho-Clan komplett zu exekutieren.

 

Die Truppen machten sich ran, das Massaker durchzuführen und töteten alle Familienmitglieder des Jaho-Clans. Doch wie durch ein Wunder überlebte die schwangere Frau des Sohns von Jhao Dun, die den Namen Jhao Shuo trug und flüchten konnte. Später gebar die Frau einen Jungen, der letzte männliche Nachfahre des Jhao-Clans. Durch einen Spion erfuhr Tu An Jia davon und setzte alles daran, den Jungen töten zu lassen. Das Baby war also in größter Gefahr und musste gerettet werden. Einer der Begleiter von Jhao Shuo mit dem Namen Chen Ying hatte eine Idee, wie der Sohn von Jhao Dun’s Sohn gerettet werden könnte: Anstatt des gefährdeten Sohnes gab er seinen eigenen Sohn her, um ihn gegen das letzte Jhao-Baby auszutauschen, wissend, dass sein eigener Sohn dann von den Schergen Tu An Jias getötet würde. So kam es auch und das Waise Jhao war gerettet. Es wurde von Chen Ying in die abgelegenen Berge gebracht und dort fünfzehn Jahre lang aufgezogen.

 

 

Die war die historische Geschichte des Letzten der Orphan-Jhao, durch die mit der „Opferung der Pflaume der Pfirsich-Baum gerettet wurde“. Sie bedeutet heute im übertragenen Sinne, etwas von geringerem Wert zu opfern, um am Ende etwas Wertvolles zu erhalten bzw. zu bekommen.

 

 

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