24. Strategem

Die Durchreise zum Angriff auf Guo nutzen.

Kategorie:            Doppelziel-Strategem, Endziel-Verschleierungsstrategem

 

 

Taktik:Einer der (beiden oder weiterer) Gegner wird zu etwas veranlasst, das dem gemeinsamen Feind schaden, schwächen oder vernichten hilft. Der Helfende wird gerne helfen, weil er dazu beitragen kann, einen Feind oder Konkurrenten aus dem Wege zu räumen (selbstverständlich nicht physisch, sondern im übertragenen Sinne).
Sinnhaftigkeit: 

Wer zwei Feinden gegenübersteht, sollte sie nacheinander angreifen und sich dabei den zweiten Feind zunutze machen.

 

Strategemziel:

Will jemand ein bestimmtes Ziel erreichen und hat dabei zwei Gegner, die wiederum miteinander in Konkurrenz stehen oder verfeindet sind, so greift man den ersten Feind an und nutzt dabei die gemeinsame Gegnerschaft, den zweiten Gegner zu Taten zu veranlassen, die ihm später zum Verhängnis werden 

 

Die historische Gegebenheit hinter dem 24. Strategem:

Während der Frühlings- und Herbst-Periode grenzten die kleinen Staaten Yu und Guo am größeren Staat mit dem Namen Jin. Jin trachtete schon längere Zeit danach, diese beiden Nachbarstaaten zu annektieren und suchte nach Möglichkeiten dazu.

 

Eines Tages schickte der König von Jin, Jin Sian Gong, eine Delegation mit Geschenken, schönen Pferden und Schmuck nach Yu, um den Herzog von einem Geschäft zu überzeugen: Jin beabsichtigte nämlich, den Staat Guo anzugreifen und erbat einen freien Durchzug durch das Lang Yu. Als Lohn würde der Herzog alle die mitgebrachten Geschenke erhalten und damit ein stolzer und reicher Fürst sein. Der eitle Herzog von Yu nahm das Angebot an und entsandte sogar Truppen, die den richtigen Weg zum gemeinsamen Feind zeigten und die feindliche Armee anführte. In der Folge wurde die ahnungslose Stadt Sia Yang angegriffen und ohne Widerstand erobert.

Drei Jahre später bat Jin den Herzog von Yu um denselben Dienst, weil er nun das gesamte Land Guo erobern wollte. Dessen Berater mit dem Namen Gong Jhih Ji warnte den Herzog und riet ihm, diesen Wunsch abzuschlagen und sagte: "Yu ist für Guo wie die Lippen für die Zähne: Ohne Lippen werden die Zähne der Kälte ausgesetzt, schmerzen und fallen aus!" Der kluge Beamte erläuterte dem Herzog die gegenseitige Abhängigkeit zwischen Yu und Guo und hoffte, dass der Herzog von Yu den Durchmarsch der Truppen verweigern würde. Stattdessen sollte man lieber das Land Jin mit dem Land Guo zusammen bekämpfen. Doch trotz der Warnung von Gong Jhih erteilte der Herzog von Yu die Erlaubnis des Durchmarschs durch sein Land. Damit war sein Todesurteil gefällt, denn es trat ein, was der Beamte Gong Jhih vorhergesehen hatte, der zwischenzeitlich mit seiner Familie in ein anderes Land geflohen war.

 

Tatsächlich wurde Guo binnen eines Jahres von Jin erobert. Auf dem Rückweg durch Yu folgte ein Überraschungsangriff auf das ahnungslose Gastland. Durch die Leichtgläubigkeit von Yu wurde es von Jin erobert. Der Herzog von Yu wurde vor ein Gericht gestellt, das ihn zum Tode verurteilt. Kurze Zeit später rollte sein Kopf...

 

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