33. Strategem

Die Kunst der Spionageabwehr

Kategorie:          Doppelagenten-Strategem, Irritations-Strategem, Infiltrations-Strategem

 

Taktik:---
Sinnhaftigkeit: 

Dem Gegner einen Doppelagenten schicken, der gefälschte Informationen übergibt.

 

Strategemziel:

Wer von einem Agenten weiß, der doppeltes Spiel treibt, eben dem Doppelagenten, der lässt den Doppelagenten im Glauben, man wisse nichts von seinem doppelten Spiel. Spielt man ihm gefälschte Informationen zu, die den Gegner auf eine falsche Fährte locken soll, dann weiß man darum, da sie vom Doppelagenten im Glauben übergeben werden, sie seien für seinen zweiten Auftraggeber von großer Wichtigkeit und Bedeutung.

 

Ob militärische Spionage oder Industriespionage, sie ist wohl das zweitälteste Gewerbe der Welt. Denn ohne verlässliche Informationen über den Gegner kann man weder einen militärischen noch einen wirtschaftlichen Sieg erringen. Will man sich selbst nicht in Gefahr begeben, benutzt man willige oder unwillige Helfer, die die Schmutzarbeit für einen verrichten.

 

Es gibt fünf verschiedene Arten von Spione, die alle ihre Besonderheiten aufweisen.

  • der lokale Spion, angeworben aus der örtlichen Bevölkerung
  • der innere Spion, angeworben unter den Führungskräften / Offizieren
    des Gegners
  • den Doppelagenten (ein feindlicher Spion, der zu uns übergelaufen ist)
  • den todgeweihten Spion (er soll unter den Spionen des Gegners falsche Informationen streuen. Würde er enttarnt, droht ihm tödliches Ungemach)
  • den überlebenden Spion (er kundschaftet den Gegner aus und kommt ins eigene Lager zurück)

Für das 33. Strategem wird der Doppelagent gebraucht, denn dieser glaubt, er sei ein Überläufer in unser Lager, berichtet aber gleichzeitig an den Feind bzw. Gegner. Diesen Umstand kann man sich zu Nutze machen, indem man ihn wissentlich mit falschen Informationen ausstattet und weiß, dass diese Fehlinformation genau dort hinkommt, wo man sie hin haben möchte, um falsche Nachrichten gezielt streuen zu können.

Die historische Gegebenheit hinter dem 33. Strategem:

Cao Cao war ein Feldherr mit großem strategischem Geschick. Auf dem Wasser war er jedoch besiegbar und erlitt gegen Jhou Yu, einem General des Staates Wu, eine empfindliche Niederlage. Seine diesbezüglichen Defizite erkennend rekrutierte er zwei aus Wu übergelaufene Generäle mit den Namen Mao und Cai Yun Jhang, um seine Armee in die Kunst der Seegefechte und Seestrategien zu unterrichten. Gleichzeitig zweifelte er an der Loyalität seiner beiden neuen Generäle und schickte Jiang Gan zum Quartier des Generals Jhou Yu, um herauszufinden, ob die beiden Generäle wirklich von dort desertiert und dort auch wirklich in Ungnade gefallen seien. Wie es der Zufall so wollte, waren der General Jhou Yu und Jiang Gan aus Zeiten bekannt, als Jhou Yu noch kein General war und er empfing den Gast mit großen Ehren. Allerdings war der General auch etwas misstrauisch ob der Absichten Jiang Gans, zu dessen Ehren er sogar ein Fest gab und ihn an seiner Seite an der Tafel sitzen ließ. Es war ein sehr lustiger Abend mit viel Gelächter, Musik, Tanz und Wein. Letzteres genossen die beiden Hauptpersonen des Abends in reichlichem Maße, wobei Jiang Gan echten Wein erhielt und sich Jhou Yu jedes zweite Glas mit Wasser füllen ließ. Als gegen Mitternacht der allgemeine Aufbruch erfolgte, bestand Jhou Yu darauf, dass Jiang Gan als sein alter Freund das Bett mit ihm teilen sollte, was damals ein Ausdruck besonderer Verehrung darstellte. Während sich Jhou Yu sofort schnarchend auf die Seite legte, hielt sich Jiang Gan noch wach und im Wissen der Sicherheit, dass Jhou Yu schliefe, durchsuchte er den Schreibtisch des Generals und wurde hocherfreut findig: Er kam in Besitz eines Schreibend von Jhou Yu, das von den beiden zu Cao Cao übergelaufenen Generälen unterschrieben war und sie eindeutig zu Agenten von Jhou Yu machte.

 

Am nächsten Tag reiste Jiang Gan ab und freute sich darüber, dass Jhou Yu nichts bemerkt habe, so freundlich hatte dieser gelächelt....

 

Bei Cao Cao angekommen, übergab Jiang Gan das Schreiben an den General, der die beiden Überläufer zu sich bringen und ohne weitere Möglichkeit der Verteidigung köpfen ließ. Später erfuhr er von dem gefälschten Schreiben, doch es war zu spät. Um die strategisch wichtigen Köpfe der beiden Generäle beraubt, fuhr die nunmehr weiterhin unausgebildete Flotte von Cao Cao in ihr Verderben und wurde vernichtend geschlagen. Cao Cao entging nur knapp durch Flucht dem Tod.

 

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