Mit List ins Weiße Haus: So schaffte es Donald Trump in das Zentrum der Macht

Thomas Koch

 

Wer sich für die 36 Strategeme, also die einst geheimsten Kriegslisten aus 3.500 Jahren chinesischer Kriegskunst, interessiert, für den ist die Agenda Donald Trump eine wahre Offenbarung. Entweder ist Donald Trump ein Genie der intuitiven Täuschung oder aber er kam bei seinen Geschäften mit den Chinesen mit den 36 Strategemen in Berührung und nutzte sie in seinem Wahlkampf weidlich aus.

 

1994 verkaufte Trump für rund 100 Millionen Dollar Baugrundstücke an chinesische Investoren. Dieses Geld hatte er unbedingt nötig, weil er bei einem seinem letzten großen Immobilienprojekte am West Side Highway plötzlich klamm wurde (Das Politmagazin „Cicero“ berichtete). Sogar die Konstruktion finanzierten die Chinesen. Heute warten viele leere Wohnungen darauf, an die studierenden Söhne reicher Chinesen vermietet zu werden.


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Bei dieser Gelegenheit dürfte es reichlich auch um Taktik und Übervorteilung gegangen sein, denn mit Chinesen verhandelt nur auf Augenhöhe, wer die Klaviatur der List beherrscht. In seinem Wahlkampf zum US-Präsidenten sagte Trump: „Ich schlage China ständig in allem.“ Ein Meister der 36 Strategeme also?

 

So gibt es das 20. Strategem: Das Wasser trüben, um Fische zu fangen.

 

Das „getrübte Wasser“ sind in dem Fall die Wählerschichten in den USA, die Donald Trump öffentlich beschimpft hat. So nannte er die mexikanischen Einwanderer „Verbrecher“, „Drogenhändler“ oder „Vergewaltiger“ und über Schwarze sagte er: „Faulheit ist eine Eigenschaft der Schwarzen“, um im Teich der frustrierten weißen Landbevölkerung ohne akademischer Ausbildung des Mittleren Westens der USA zu fischen. An denen nämlich war die wirtschaftliche Erholung der vergangenen Jahre vorbeigegangen, so dass sie die Einwanderer ebenso wie ausländische Wirtschaftskonkurrenz in erster Linie als Bedrohung wahrnehmen.

 

Das 20. Strategem ist eine „List für Scheinangriffe und wirre Situationen“ und hat den Zweck, „das Unglück anderer zum eigenen Vorteil auszunutzen“. Dabei gilt es, das Beste aus einem Unglück oder einer misslichen Situation herauszuholen oder solche sogar absichtlich herbei zu führen. So sind sich alle Kommentatoren einig, dass der Wahlsieg Donald Trumps vor allem durch die Verlierer zu Stande kam.

 

Verlierer ist ja nun bekanntlich Hillery Clinton. Und die wenigsten Amerikaner kennen die Tatsache, dass Trump einst Demokrat war und manche behaupten, Trump wäre zu den Republikanern gewechselt, um diese mit seinen kruden Forderungen und sexistische und rassistische Sprüchen zu schwächen.

 

Da käme dann das 5. Strategem zum Tragen: Eine Feuersbrunst für einen Raub ausnutzen.

 

Bei diesem Strategem geht es darum, die Schwäche, die Not oder Schwierigkeiten eines Gegners zum eigenen Vorteil auszunutzen. Macht man den Gegner also schwach, indem man einen eigenen Mann in seine Reihen einschleust, so gewinnt man am Ende den Krieg durch die Schwäche des Gegners. Offenbar ging diese Taktik, so sie eine von den Demokraten war, völlig nach hinten los, während Donald Trump die Schwächen seiner Gegnerin Clinton ausnutzte, um selbst Präsident zu werden.

 

Dass Trump einst Demokrat war und Geld an die Clinton Foundation gespendet hat, ist kein Geheimnis. Auch hatte der neue Präsident ein privat sehr eng umwobenes Verhältnis zu den Clintons. Noch 2015, unmittelbar, bevor sich Trump zu einer Kandidatur zur Präsidentschaftswahl entschloss, hatte er mehrere lange Gespräche mit dem ehemaligen Präsidenten Clinton. Dabei ging es auch um die Frage, wie man als Republikaner Endruck bei der Basis schinden könnte. Trump nannte ihn den „großartigsten Präsidenten, den Amerika je hatte. Die Clintons waren auch Gast auf Trumps dritter Hochzeit mit seiner Frau Melania. Oder hat man das 14. Strategem eingesetzt: „Einen Leichnam für die Rückkehr der Seele borgen“?

 

Hier wäre Donald Trump als „Leichnam“ in die Reihen der Republikaner eingeschleust worden, um Wählerstimmen an sich zu binden, die den anderen Republikanischen Kandidaten dann fehlen würden, um Hillery Clinton indirekt damit zu unterstützen. Bekanntlich kam es anders und das 30. Strategem war die wirkliche Strategie von Donald Trump: „Tausche die Rolle des Gastes mit dem Gastgeber!“

 

Möglicherweise nutzte Trump bei dieser Gelegenheit das

 

10. Strategem: Verberge den Dolch hinter einem Lächeln,

 

bei dem es um Gegenangriffe geht. Man lasse sich seinen Gegner in Sicherheit wiegen und arbeite an geheimen Plänen, während man sich das Vertrauen des Gegners gewinnt und zuschlägt, wenn dieser nicht mehr auf der Hut ist.

 

Vielleicht war es aber auch das 17. Strategem: „Einen Ziegel werfen und einen Jadestein gewinnen, das Trump ins Weiße Haus geführt hat. Mit dem „Ziegel“ hat Trump die Wahrheit und Redlichkeit geopfert, um die mehrheitlichen Stimmen derer zu gewinnen, die sich seiner Meinung anschlossen oder insgeheim so denken wie er. Weil viele nicht zugeben wollten, dass sie Trump wählen, haben sie bei Umfragen eine falsche Information gegeben und somit die Prognoseergebnisse verfälscht.

 

Aber selten wurde in einem Wahlkampf so sehr gelogen und beleidigt, wie im US-Wahlkampf 2016. Obwohl in die etablierten Zeitungen ständig der Lüge überführten und ihn einen „Polit-Clown“ nannte, wurde er entgegen aller Prognosen neuer US-Präsident. Hilfe hatte er dabei über die sozialen Medien wie Twitter und Facebook, einem Tummelplatz für Trump und seine Freunde. Mehr als 15,5 Millionen Followers hatte er alleine in seinem Twitter-Account und konnte somit seine Botschaften direkt an ebenso viele Menschen absetzen. So wurden die sozialen Medien direkter Wahlhelfer des Republikaners.

 

Auf jeden Fall konnte Trump auch das 13. Strategem einsetzen, welches lautet: „Auf das Gras schlagen, um die Schlange aufzuscheuchen“. Es handelt sich um eine Angriffslist und dient dazu, den Gegner abzuschrecken oder einzuschüchtern, damit er durch diese Provokationen aus der Deckung kommt.

 

Hillery Clinton ins Gefängnis werfen zu lassen, ist dabei nur eine der vielen Drohungen gewesen, die Trump losgetreten hat. Auch die „E-Mail-Affäre“ nutze er weidlich aus, um Clinton aus Angst vor dem Ergebnis der Untersuchungen zu Fehlern zu verleiten, was bei einem Polit-Profi wie die ehemalige First Lady nicht allzu leicht möglich sein dürfte.

 

Der Wahlkampf ist vorüber, die Wahl hat ihren Sieger. Jetzt geht es darum, die Wunden zu lecken und in die Zukunft zu blicken. Jetzt ist die Zeit des 21. Strategems: „Die Zikade streift ihren goldenen Panzer ab!“, was nicht weniger bedeutet, als dass sich die Welt nach der Wahl mit dem Wahlergebnis und den Weg Trumps ins Weiße Haus beschäftigt, während Trump selbst seine Weichen für die nächsten vier Jahre stellen wird.